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ECMA-Code - Ein Code sagt mehr als tausend Worte

Verpackungen wie Faltschachteln und Kartonagen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des modernen Warenverkehrs. Ob Lebensmittel, Kosmetikprodukte oder chemische Erzeugnisse – eine klare Kommunikation zwischen Herstellern, Druckereien und Zulieferern ist essenziell, um Verpackungen effizient und fehlerfrei zu produzieren.

Die European Carton Makers Association (ECMA) hat bereits 1960 die Notwendigkeit erkannt, einheitliche Standards für Faltschachteln zu schaffen. Mit ihrem einzigartigen System von Codes, das heute weltweit verwendet wird, vereinfacht sie die Zusammenarbeit in der Branche erheblich und ermöglicht eine schnelle, präzise Umsetzung von Verpackungsprojekten.

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Was ist die ECMA?

Die European Carton Makers Association (ECMA) ist eine private Normierungsorganisation mit Sitz in Den Haag und einer Niederlassung in Brüssel. Sie vertritt über 500 Mitglieder aus der europäischen Faltschachtelindustrie, darunter nationale Kartonverbände, Druckereien, Faltschachtelhersteller sowie Zulieferer. Insgesamt repräsentiert die Organisation mehr als 60.000 Beschäftigte und über 80 % des europäischen Marktvolumens in der Kartonbranche. Die Organisation hält außerdem auch Kontakt zu anderen Ländern außerhalb Europas, welche ebenfalls den ECMA-Code nutzen.

Die ECMA versteht sich als Plattform für den Wissensaustausch, als Interessenvertretung der Branche und als treibende Kraft für Innovationen in der Verpackungsindustrie. Mit ihren Normen, insbesondere dem ECMA-Code, schafft sie einheitliche Grundlagen, die die Produktion und Kommunikation vereinfachen. Unternehmen, die sich an den ECMA-Standards orientieren, signalisieren höchste Qualität und Professionalität

Der ECMA-Code: Aufbau und Funktion

Den ECMA-Code wird in einem Katalog zur Verfügung gestellt, welcher fortdauernd aktualisiert wird. Der Katalog ist auch als digitales Format aufrufbar und kann mit computer-aided design (CAD) Anwendungen angepasst werden.

manuelles Konfektionieren

Struktur des Codes

Der ECMA-Code ist ein standardisiertes System, das Faltschachtelkonstruktionen eindeutig beschreibt. Er besteht aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen, die die Grundform, Verschlusssysteme und weitere Eigenschaften einer Faltschachtel definieren. Maße werden bewusst nicht angegeben, da es um die Grundkonstruktion gehen soll, welche jederzeit mit eigenen individuellen Maßen angepasst werden kann. Der Code besteht insgesamt aus fünf Positionen. Die erste Position beginnt mit einem Buchstaben (von A bis F möglich). An der zweiten Position wird das Verschlusssystem des Verpackungsbodens angegeben. Im Katalog sind 19 verschiedene Bodenverschlüsse mit den dazugehörigen Zahlen aufgelistet, welche aus einem Ziffernpaar bestehen. 

Die dritte Position umfasst das Verschlusssystem, des Verpackungsdeckels. Es stehen 21 Deckelverschlüsse zur Auswahl, die bis auf wenige Ausnahmen mit allen Bodenverschlusssystemen kombinierbar sind. Abschließend werden mit Position vier und fünf die Positionen des Bodes und des Deckels in der Skizze bestimmt. Am Ende kann noch die Position X optional hinzugefügt werden. Die Gruppe beinhaltet Verschlüsse und Hilfsvorrichtungen, davon werden 45 im Katalog der ECMA aufgelistet.

Beispiel für den Aufbau eines ECMA-Codes

A20.20.03.01 

  • A: Kategorie der Faltschachtel (z. B. rechteckig mit Längsnahtklebung)
  • 20: Verschlusssystem des Bodens (z. B. Einstecklasche).
  • 20: Verschlusssystem des Deckels (z. B. Einstecklasche).
  • 03: Position des Bodens in der Skizze.
  • 01: Position des Deckels in der Skizze.
Faltschachtel rechteckig mit einer Längsnahtklebung
Ecma A20.20.03.01

Kategorien im Überblick

Die Kategorien des ECMA-Codes sind in Buchstabengruppen von A bis X unterteilt: 

  • A: Rechteckige Faltschachteln mit Längsnahtklebung.
  • B: Rechteckige Faltschachteln ohne Längsnahtklebung.
  • C: Nicht-rechteckige Faltschachteln mit Längsnahtklebung.
  • D: Nicht-rechteckige Faltschachteln ohne Längsnahtklebung.
  • E: Produktbezogene Faltschachteln (z. B. Flaschenträger).
  • F: Sonstige Faltschachteln.
  • X: Verschlüsse und Ergänzungen.

Die Codes lassen sich flexibel an individuelle Maße und Anforderungen anpassen und bieten eine hohe Präzision in der Beschreibung von Verpackungen.

Anwendungsbeispiele des ECMA-Codes

  1. A01.15.00.03: Rechteckige Faltschachtel mit komplexem Faltdeckel und Boden.
  2. E12.30.00.00: Verpackung für Flaschen (z. B. Sixpacks)
  3. X23: Einfacher Verschluss mit Einstecklasche.

Vorteile des ECMA-Codes und Katalogs

Für Hersteller und Verarbeiter

  • Einfache Kommunikation: Die Standards sind international anerkannt und reduzieren Missverständnisse.
  • Kostensenkung: Standardisierte Prozesse vermeiden teure Fehler in der Produktion.
  • Flexibilität: Der Code lässt sich individuell anpassen.

Für Zulieferer und Druckereien

  • Direkter Zugriff auf Standards: Ermöglicht eine reibungslose Zusammenarbeit mit Verarbeitern.
  • Digitaler Workflow: Integration der Codes in CAD-Systeme.
  • Erleichterte Logistik: Standardisierte Verpackungen verbessern den Transport und die Lagerung. 

Für Endkunden und Käufer

  • Wiedererkennungswert: Verpackungen nach ECMA-Standards schaffen Vertrauen und sind sofort identifizierbar.
  • Verfügbarkeit: Individuelle Wünsche können leicht umgesetzt werden.
  • Nachhaltigkeit: Viele ECMA-Verpackungen erfüllen die Anforderungen an umweltfreundliche Materialien.

Aufgaben und Organisation der ECMA

Die ECMA arbeitet auf mehreren Ebenen, um ihre Ziele zu erreichen:

  1. Standardisierung und Richtlinien

    Die Organisation entwickelt Standards wie den ECMA-Code und die Good Manufacturing Practice (GMP), die speziell für lebensmittelechte Verpackungen konzipiert wurde.

  2. Netzwerkplattform

    Die ECMA bietet Kongresse, Seminare und Webinare an, die als Plattform für den Austausch von Wissen und Innovationen dienen. 

  3. Lobbyarbeit

    Die ECMA vertritt die Interessen der Branche bei nationalen Regierungen und der EU-Kommission. Sie beteiligt sich aktiv an Konsultationen und informiert ihre Mitglieder über gesetzliche Änderungen.

  4. Nachhaltigkeit

    Ein Schwerpunkt der ECMA ist die Förderung nachhaltiger Verpackungslösungen, die den ökologischen Anforderungen moderner Märkte entsprechen.

  5. Ausschüsse und Foren

    Die ECMA ist in verschiedene Ausschüsse und Foren organisiert, darunter:

    • Lebensmittelsicherheitsausschuss: Entwicklung technischer Standards.
    • Marketing- und Kommunikationsausschuss: Öffentlichkeitsarbeit.
    • Nachhaltigkeitsausschuss: Förderung umweltfreundlicher Verpackungen.
Die ECMA organisiert Kongresse, Seminare und Webinare, die den Austausch zwischen Unternehmen, Zulieferern und Verbänden fördern. Der jährliche ECMA-Kongress ist eines der wichtigsten Branchenevents.

Relevanz und Zukunft der ECMA

Die ECMA ist ein unverzichtbarer Akteur in der Verpackungsindustrie. Ihre Standards haben nicht nur den europäischen Markt revolutioniert, sondern werden zunehmend weltweit adaptiert.

Wichtige Gründe für ihre Relevanz:

  • Praxisnähe: Die Standards der ECMA basieren auf den realen Anforderungen der Branche.
  • Unabhängigkeit: Als private Organisation ist die ECMA flexibel und kann schnell auf Veränderungen reagieren.
  • Globaler Einfluss: Ihre Arbeit fördert die Zusammenarbeit zwischen internationalen Unternehmen und erleichtert den globalen Handel.

Die ECMA bleibt ein Beispiel dafür, wie private Normierungsorganisationen effektive Lösungen schaffen können, ohne verbindliche Vorgaben von Gesetzgebern.

Fazit

Die European Carton Makers Association hat mit ihren Standards und dem ECMA-Code einen bedeutenden Beitrag zur Effizienz und Qualität in der Verpackungsindustrie geleistet. Durch ihre Arbeit werden Faltschachteln und Kartonagen weltweit standardisiert, Missverständnisse vermieden und Produktionsprozesse optimiert. In einer globalisierten Welt, in der Logistik und Kommunikation immer wichtiger werden, ist die ECMA eine treibende Kraft für Innovation und Zusammenarbeit in der Verpackungsbranche.

FAQ

1. Was ist die ECMA?

Die European Carton Makers Association (ECMA) ist eine Normierungsorganisation, die Standards für die Faltschachtel- und Kartonindustrie entwickelt. Sie wurde 1960 gegründet und vertritt über 500 Unternehmen in Europa.

2. Wofür stehen die ECMA-Codes?

Die ECMA-Codes sind ein System zur standardisierten Beschreibung von Faltschachtelkonstruktionen. Sie bestehen aus Buchstaben und Zahlen, die Eigenschaften wie Grundform, Verschlüsse und Funktionen definieren.

3. Sind die ECMA-Codes verbindlich?

Nein, die Codes sind freiwillig. Sie werden jedoch von vielen Unternehmen genutzt, da sie die Zusammenarbeit erleichtern und als Qualitätsmerkmal gelten.